Wie oft bin ich nachts nach Hause gekommen und musste noch vor dem Schlafengehen duschen, um den Qualm aus den Haaren zu bekommen? Wie oft bin ich morgens aufgewacht mit geschwollenem Hals un dKopfschmerzen, weil um mich herum am Abend nur Raucher waren? Wie oft bin ich in Restaurants direkt an der türe umgekehrt, weil ich vor einer Rauchwand stand? Und wie oft habe ich andere Gäste am Nachbartisch gebeten, doch mit ihrer Zigarette zu warten bis ich fertig gegessen habe? Und wie oft bin ich dafür doof angemacht worden?
Als Nichtraucher hat man es nicht leicht in dierser Gesellschaft. Man ist ja so intollerant. Was man sich denn einbilde. So eine ungesellige Spaßbremse. Nur als Nicht-Trinker muss man sich noch blödere Sprüche klemmen. Aber damit ist es jetzt erstmal vorbei: Das Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen ist in Kraft getreten. Deswegen freue ich mich schon auf Sonntag. Dann kann ich endlich mal im Cafe an der Ecke frühstücken gehen, ohne von allen anderen zugequalmt zu werden. Ich steh' nämlich nicht so auf Rührei mit Nikotin.
Aber das liegt nicht daran, dass mich der Geruch stören würde. Das wäre ja noch das kleinste Übel. Es ist so, dass ich schlecht Luft bekomme und nach Abenden in verqualmten Räumen einen regelrechten Kater habe. Die anderen Saufen und Rauchen und mir geht's danach schlecht.
Und genau darin besteht der Unterschied zum öffentlichen Trinken beispielsweise, dessen Ende
kerozene schon heraufbewschört. Es ist nämlich etwas ganz anderes, ob ich einer Sucht fröne, die mir selbst schadet (Alkohol trinken, Schokolade essen), oder etwas tue, das den Menschen um mir herum schadet (wie Rauchen). Mit dem Rauchverbot schränkt der Staat nicht die Rechte der Raucher ein, sondern stärkt das Recht der Nichtraucher auf körperliche Unversehrtheit. So wird nämlich ein Schuh drauß.
Für den nächsten Menschen, der mir in irgendeinem Restaurant als Raucher irgendwie blöd kommt oder mir wieder die vielbeschworene Intolleranz vorwirft, habe ich mir schon meine ganz eigene Schocktherapie überlegt. Da setze ich mich nämlich ganz gemütlich daneben und furze schön kräftig laut und stinkend. Mal sehen wieviel Toleranz mir dann entgegen gebracht wird.