Eigentlich müsste ich für dieses Rezept eine eigene Rubrik schaffen namens "Pleiten, Pech und Pannen" oder "Murphy's Law". Zum allerersten Mal habe ich mich getraut Gnocchi selbst zum machen und ich habe irgendwie das Gefühl, dass die nicht so geworden sind wie sie sein sollten.
Da es am Ende aber gut geschmeckt hat und mir vielleicht ja irgendein Leser sagen kann, was ich falsch gemacht habe, gibt es hier trotzdem das Rezept.
Zuallererst habe ich 500 Gramm mehlige Kartoffeln gekocht, gepellt und gestampft.
Weil der feine Stampf nun aber erstmal kalt werden musste, ging es weiter mit der Tomatensoße. Die Bühne betraten:
Zwei Knoblauchzehen, die schön fein gehackt in einen guten Schwupps Olivenöl bei mittlerer Hitze im Topf landeten.
Während der Knoblauch ein wenig vor sich hin schmorte (ohne braun zu werden, denn sonst ist er ganz schnell bitter), habe ich mich um die Tomaten gekümmert. Wer gerne seine Soße zum sChluss durchpassiert und damit ein Sieb und noch einen weitern Topf schmutzig macht, kann sich den folgenden Arbeitsschritt sparen. Alle anderen sollten, wie ich, versuchen, die Strünke und die restlichen Hautfetzen, der Dosentomaten zu entfernen.
Das ist etwas Arbeit, hat sich aber in diesem Fall schon gelohnt, weil eine der Tomaten von innen faul war. Hätte ich einfch die gesamte Dose in den Topf geschüttet, wäre die Soße hinüber gewesen. So landeten die "entstrunkten" Tomaten beim gehackten Knoblauch und ganz zum Schluss auch der Saft aus der Dose.
Jetzt musste noch Geschmack an die Soße. In diesem Fall Buschbasilikum, Oregano und Salbei, die ebenfalls fein gehackt werden.
Die Kräuter wurden freundlicherweise von meiner frisch bepflanzten Küchenfensterbank zur Verfügung gestellt. Ich bin mir überigens so gut wie sicher, dass die Soße auch mit normalem Basiliku, oder mit Thymian, oder mit Rosmarin, oder mit...was auch immer sehr gut geschmeckt hätte. Wer also nicht die gleiche Dreier-Kombi vor dem Fenster hat, wirft irgendein anderes Grünzeug in den Topf.
Um die groben Tomatenstücke zu zerkleiner, gilt es erstmal, ein Utensill vom Beginn dieses kleinen Kochabenteuers zu reinigen: den Kartoffelstampfer. Nachdem ich versucht hatte, der Soße mit Gabel und Kochlöffeln herr zu werden, stellte sich der dr gute alte stampfer als perfektes Instrument heraus.
Jetzt fehlt der Soße noch etwas Würze: 2 Teelöffel Balsamico Essig, eine gute Prise Zucker und ein wenig Pfeffer gehören noch in den Topf. Der darf dann mit Inhalt für die nächste mindestens halbe Stunde fröhlich vor sich hinköcheln und immer dicker und sämiger werden. Voller Freude wandte ich mich an dieser Stelle wieder der Gnocchi-Herstellung zu. Laut Rezept sollte ein Ei und eine gute Prise Salz hinzugegeben werden. Okay:
Danach sollte löffelweise Mehl hinzugegeben werden, bis der Teig die richtige Konsistenz hat. Laut Rezept sollte einer genügen.
Das hier ist Löffel Nummer 1:
Es folgten Nummer 2, 3, 4 und 5. Aber davon Bilder zu zeigen, wäre doch etwas langweilig. Um es kurz zu machen: Es wurde und wurde kein Teig. Es war eine fluffige, vor allem aber klebrige Masse. Sehr klebrig. Richtig klebrig. So ungefähr stelle ich mir die Masse vor, aus der Kroketten gespritzt werden.
Aber wer lässt sich von so kleinen Hindernissen unterkriegen? Ich nicht. Ich habe kleine, zirka 2x1 Zentimer große Ovale geformt, in Mehl gewendet (wir erinnern uns: klebrige Masse) und mit der Gabel platt gedrückt.
Das Ergebnis sah so aus:
Anschließend habe ich die kleinen Mistkerle, die mittlerweile am Teller festklebten, in der Pfanne mit Olivenöl gebraten. Das ging erstaunlich gut, auch wenn sie dabei ihre schönen Rillen verloren:
Vor dem Anrichten habe ich die Tomtatensoße mit Salz abgeschmeckt, die Teller gefüllt und etwas Parmesan darübergehobelt.
Geschmeckt hat das Ganze wirklich gut: Die Soße war ausgewogen gewürzt und schön tomatig, die Gnocchis außen knusprig und innen fluffig. Jetzt wüsste ich nur noch gerne, wie man tatsächlich Gnocchi-"Teig" herstellt und nicht Gnocchi-"Kartoffelpüree-mit-Universalklebereigenschaften"...